MWC 2014: Unser Fazit – Galaxy S5, Android für Nokia und Blackphone machen die Show [TechnikLOAD 146]

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Posted on by Johannes Schuba

Der Mobile World Congress 2014 neigt sich gen Ende und wir resümieren in TechnikLOAD 146 die wichtigsten Highlights: Samsungs neues Galaxy S5, die Android-Phones von Nokia und das Privacy-Smartphone Blackphone.

Nach vier Tagen auf dem Mobile World Congress in Barcelona wird es langsam Zeit für unsere Redakteure ein Fazit zu ziehen. Auch wenn viele Hersteller (zum Beispiel HTC) auf spektakuläre Neuheiten verzichtet haben, gab es einige spannende Produkte zu sehen, zum Beispiel Samsungs neues Galaxy S5 oder auch die ersten Android-Geräte von Nokia.

Samsung Galaxy S5: Smartphone-Flaggschiff mit willkürlichen Features

Am Montagabend trommelte Samsung einmal mehr tausende Journalisten und Partner zusammen um mit großen Drumherum das neue Galaxy S5 vorzustellen. Es fiel schwer, keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass Samsung versuchen könnte ein schwaches Produkt mit einem pompösen Event zu kaschieren.

Nach der Enthüllung und den ersten 15 bis 20 Minuten im Umgang mit dem Gerät machte sich erstmal große Enttäuschung breit. Man hatte auf so vieles gehofft. Darauf dass endlich mal Metall als Werkstoff zum Einsatz kommt, oder dass das Design geschmackvoller wird. Oder darauf, dass das Display neue Maßstäbe setzen wird oder gar auf irgendein unerwartetes Killer-Feature. Stattdessen gab es den üblichen Plastikbomber, noch etwas größer als sonst mit einem eher kuriosen Feature – dem Herzfrequenz-Sensor.

Das Galaxy S5 kommt im gewohnten Samsung-Look daher und ist noch einmal etwas gewachsen im Gegensatz zum Vorgänger. (Quelle: Samsung) Das Galaxy S5 kommt im gewohnten Samsung-Look daher und ist noch einmal etwas gewachsen im Gegensatz zum Vorgänger. (Quelle: Samsung)

Ich kann mir dabei den Eindruck einfach nicht verkneifen, dass Samsung seine Geräte einfach willkürlich konzipiert. Vielleicht hatten sie in Korea gerade ein paar Millionen dieser Beuteile übrig und wussten nichts Besseres damit anzufangen? Der Einsatzzweck für den Sensor soll im Fitness-Bereich liegen. Ich finde es schade, dass die Galaxy-Modellreihe ohne Namenszusatz nun an eine bestimmte Käuferschicht angepasst wird. Ich erwarte ein „neutrales“ Gerät hinter dem Namen Galaxy S5. Möchte ich Fitness-Features, dann würde ich intuitiv eher zur „S5 active“-Version greifen. Was ist mit Käufern, die überhaupt nichts mit Fitness am Hut haben? Natürlich können die weiterhin das S5 kaufen, aber ich mag dieses Gefühl eigentlich nicht, wenn man Features eines Gerätes prinzipiell gar nicht nutzt, dann frage ich mich immer, ob es nicht ein Gerät gäbe, das besser zu meinen Anforderungen gepasst hätte.

Aber gut, gehen wir mal davon aus, ein Käufer ist in Sachen Fitness aktiv. Inwiefern hilft ihm da der besagte Sensor? Ist die Herzfrequenz ein absolutes Kriterium für die Fitness eines Menschen? Ich glaube nicht – das hängt doch sehr von der aktuellen Situation ab. In einer Lastsituation ist es durchaus sinnvoll die eigene Herzfrequenz zu kennen, um das Training auf spezielle Effekte (zum Beispiel Gewichtsverlust) zu optimieren. Aber der Sensor am S5 ist nicht dafür da um dauerhaft die Herzfrequenz zu überwachen, sondern nur punktuell. Die zugehörige „S Health“-App, gibt sogar die Anweisung, sich während der Messung nicht zu bewegen. Ich soll also beim Laufen mittendrin pausieren, kurz meinen Puls mit dem äußerst kompakten und fitnesstauglichen S5 messen, und anschließend aufgrund dessen Ergebnis mein Training modifizieren. Klingt für mich nicht sehr praktikabel.

Und bevor mich jemand wieder des Samsung-Bashings bezichtigt (wird sowieso passieren): Es gab auch gute Neuerungen. Den Fingerabdruck-Sensor finde ich äußerst sinnvoll und er schien auf den ersten Blick auch tadellos zu funktionieren. Hier wird es ganz stark darauf ankommen, wie Samsung das Feature unter Entwicklern verbreiten kann. Außerdem ist es erfreulich, dass auch Samsung dazu übergeht, seine „Mainstream-Geräte“ wasser- und staubgeschützt zu gestalten, so wie es bereits Sony getan hat.

Nokia X: Spannende neue Wege im Einstiegs-Bereich

Ähnlich beim Galaxy S5 war auch beim Nokia-Android-Deal schon Vieles im Voraus bekannt. Trotzdem ist es spannend zu sehen, wie Nokia (ein Unternehmen dass inzwischen zu Microsoft gehört) nach etlichen Jahren Symbian und wenigen Jahren Windows Phone sich mit Android auf ein komplett neues Betriebssystem einlässt, welches vom Microsoft-Rivalen Google stammt. Und auch wenn es unterm Strich nur um Geld geht, finde ich es doch ein tolles Zeichen, dass die Konkurrenten sich heutzutage nicht mehr so verbittert gegenüber stehen wie etwa vor 30 Jahren Apple und IBM, oder auch Microsoft und Apple.

Das Nokia X soll vor allem durch seine gute Preis-Leistung gefallen und kommt in sechs verschiedenen Farben daher. (Quelle: Nokia) Das Nokia X soll vor allem durch seine gute Preis-Leistung gefallen und kommt in sechs verschiedenen Farben daher. (Quelle: Nokia)

Der Ersteindruck der Nokia-Geräte mit Android ist solide. Viele Funktionen von Android werden zwar durch die individuelle Oberfläche stark eingeschränkt und das Look&Feel erinnert stark an Windows Phone. Viel spannender ist aber das Hardware-Design, und das weiß durchaus zu gefallen, vor allem in Relation zum günstigen Preis von 89, 99 bzw. 109 Euro. Damit könnte Nokia tatsächlich eine große neue Zielgruppe ansprechen, immerhin zehrt Nokia nach wie vor von seinem guten Ruf als Handy-Hersteller vor der Smartphone-Ära. Und genau diese Kunden könnten an der X-Family viel Gefallen finden.

Blackphone: Ein Nischenprodukt und kein Heilsbringer

Die Pressekonferenz des kleinen, spanischen Unternehmens Blackphone platzte aus allen Nähten. Die kleine Präsentationsecke war binnen von Minuten komplett überlaufen. Das zeigt, wie groß das öffentliche Interesse an einer Soft- und Hardware-Lösung für die Sicherheitsbedenken der Menschen in der Zeit von Edward Snowden und Co. ist. Allerdings werden viele enttäuscht sein, dass das Blackphone nicht die passende Lösung für sie ist.

Das Blackphone vereint eine Vielzahl von verschiedenen Sicherheitsprodukten. (Foto: t3n) Das Blackphone vereint eine Vielzahl von verschiedenen Sicherheitsprodukten. (Foto: t3n)

Versteht mich nicht falsch, das Blackphone kann die eigene Kommunikation ein ganzes Stück sicherer machen, das erfordert aber auch, dass das jeweilige Gegenüber auch über ein solches Gerät oder zumindest die verwendeten Sprach- und Text-Apps von Silent Circle verwendet. Da die Apps aber mit monatlich mindestens 10 Dollar zu Buche schlagen bezweifel ich, ob diese Lösung große Verbreitung im Consumer-Bereich finden wird.

Die Eigenleistung von Blackphone ist bisher nicht überragend. Die Hardware des fertigen Geräts haben die Spanier noch nicht gezeigt, und auf Software-Seite gibt es bisher nur die Aussage, dass die eigene Android-Distribution „PrivatOS“ keine Nutzerdaten sammelt. An welchen Schrauben exakt gedreht wurde, um dieses Ergebnis zu erreichen bleibt das Geheimnis von Blackphone. Spannend dagegen ist der Blackphone-eigene Berechtigungs-Manager für installierte Apps. Damit lassen sich effektiv die Berechtigungen einzelner Apps oder ganzer Gruppen verwalten. Eigentlich eine Funktion die Android standardmäßig mitbringen könnte.

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